15 Mai, 2019

Kündigen Sie einen Mitarbeiter in 8 Schritten zielklar und wertschätzend

15 Mai, 2019

Hat Ihr Mitarbeiter trotz vermehrter Rücksprache nicht so performed, wie es gewünscht und vereinbart war, wird es möglicherweise Zeit für die finale Konsequenz, die Kündigung.

Nutzen Sie den folgenden Gesprächleitfaden, um sich als Führungskraft zu orientieren, welche 8 sinnvollen Stationen bei einem Kündigungsgespräch eingehalten werden sollten.

 

1. Vorbereitung

  • Was ist das Ziel Ihres Gespräches?

  • Was sind die konkreten Begründungen, die zur Kündigung führen?

  • Gesprächsprotokolle der bereits stattgefunden Gespräche zum Wunsch der Verhaltensveränderung im Kündigungsgespräch dabei haben.

  • Wie soll der Mitarbeiter das Gespräch empfinden und mit welchem Gefühl soll der Mitarbeiter das Gespräch bestenfalls verlassen?

  • Mit welchem Gefühl wollen Sie das Gespräch verlassen? Was nehmen Sie sich für sich selbst und Ihre Art der Gesprächsführung für das Gespräch konkret vor? (Ruhe bewahren, klar Zielfokussiert bleiben, bei sich bleiben, Rechtfertigungen umgehen, Sachebene (Erwachsenen-Ich) einhalten…)

  • Was könnten Hindernisse/ Herausforderungen/ Worst-Case Szenarien werden/sein? Ja Abers … Rechtfertigungen des Mitarbeiters, Gefühlsausbrüche des Mitarbeiters,… Wie wollen Sie dann reagieren?

  • Organisieren Sie sich neben dem notwendigen, ungestörten Raum auch Getränke und arrangieren Sie die Sitzmöglichkeiten so, dass Sie Ihr Gegenüber in Gänze sehen/ wahrnehmen können. Halten Sie Taschentücher in Ihrer Hosentasche bereit. (Nicht sichtbar auf dem Tisch)

2. Begrüßung

Die Begrüßung ist ein wertschätzender Akt zweier sich begegnender Menschen. Auch in diesem Fall!

Kurze, sachliche Begrüßung

Guten (Tageszeit), Herr Muster, bitte nehmen Sie doch Platz.

 

3. Einleitung

Thema benennen- Ich habe um das Gespräch am heutigen Tag mit Ihnen gebeten, weil …

  • ich Ihnen unsere Kündigung aussprechen möchte.

Verhalten des Mitarbeiters aufnehmen – Nehmen Sie Ihren Mitarbeiter ernst.

  • Ich nehme wahr, dass Sie wenig überrascht sind!?

  • Ich kann mir vorstellen, dass dies ein Schock für Sie ist!

Auf benannte Gefühle eingehen.

„Ich bin entsetzt und todtraurig…”

Das Tut mir leid, dass diese Kündigung derartige Gefühle in Ihnen auslöst.

Rein sachlich gesehen bleibt mir leider nichts anders übrig.

4. Austausch

Einwände des Mitarbeiters behandeln

Bleiben Sie sachlich- rutschen Sie nicht in Rechtfertigung, denn dann sind Sie auf Beziehungsebene!

Konkrete Begründungen, die zu dieser Entscheidung führen aufzeigen.

Bestenfalls hat es vorherige Gespräche gegeben, die dem Mitarbeiter Möglichkeiten aufgezeigt haben, sein Verhalten zu verändern.

Fakten stützen Ihre Souveränität.

Stellen Sie sicher, dass die Botschaft angekommen ist.

„Was geht Ihnen jetzt gerade durch den Kopf, Herr Muster?“

Auf das, was dazu gesagt wird ebenfalls sachlich eingehen.

Sie haben die Punkte Ihrer Verhaltensoptimierung im letzten Gespräch wahrgenommen und Besserung gelobt. Keine Besserung führt nun zu der angekündigten und Ihnen im Vorfeld bereits bekannten Konsequenz.

 

Sofern weitere Einwände folgen und keine Einsicht in Sicht ist, untermauern Sie Ihre Klarheit.

Meine Entscheidung steht fest, Herr Muster.

Ich übernehme voll und ganz die Verantwortung für diese Entscheidung.

Ich werde diese Entscheidung nicht diskutieren. Sie hatten diese mit in der Hand und hätten Ihre Chance nutzen können.

Nun liegt die Entscheidung nicht mehr in Ihren Händen.

5. IST Stand

Ziele definieren, Fakten benennen.

Wir halten also fest.

Die Kündigung ist zum XY ausgesprochen.

Sie haben noch Resturlaub und nehmen diesen bitte [Datum].

Bitte übergeben Sie Ihre laufenden Projekte bis zum [Datum] Ihrem Kollegen.

Ich möchte, dass Sie die Abschlussarbeiten zu den laufenden Projekten erledigen.

Ihren Lap Top, PKW geben Sie bitte bis zum [Datum] im Sekretariat ab.

Ihr Büro räumen Sie bitte bis zum [Datum].

Selbstverständlich erhalten Sie ein Zeugnis. Hierfür senden Sie die für Sie wichtigen Stichpunkte gerne an meine Assistenz. Anderweitig stellen wir Ihnen ein angemessenes Zeugnis nach bestem Wissen und Gewissen aus.

 

6. Verabschiedung

Abschluss des Gesprächs

Wir sind uns denke ich einig, Herr Muster, das wir uns wertschätzend und respektvoll von einander trennen wollen. Die Gründe der Trennung habe ich Ihnen hoffentlich sachlich und klar darlegen können.

Ich wünsche Ihnen für Ihren beruflichen und privaten weiteren Weg alles Gute.

Danke dass Sie sich für dieses Gespräch Zeit genommen haben.

Alles Gute Herr Muster.

 

7. Nachbereitung

Verschriftlichung der Fakten.

Vorbereitung des Zeugnisses.

 

P.S. Natürlich sollte die Kündigung zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit passen und nicht abgelesen wirken.

Eine gute Vorbereitung ist das A und O für ein sachlich geführtes Gespräch und für Ihre persönliche Souveränität dabei.

8. Regelmäßige Mitarbeiterjahresgespräche, in denen die Erwartungen benannt und begründetes Feedback gegeben werden vereinfachen den Schritt zu einem begründeten Kündigungsgespräch. Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Chance zu wachsen, indem Sie eine offene und ehrliche Feedbackkultur pflegen.

 

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